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Chemotherapie April 28, 2010

Filed under: Berichte — immuvit @ 9:02 am

Die Frage, ob Stahl, Strahl und Chemotherapie wirklich die einzigen und besten Waffen im Kampf gegen die immer mehr um sich greifenden Geschwulstkrankheiten seien, wird von verantwortungsbewußten, kritischen Arzten und Forschern immer häufiger und dringlicher gestellt. Von den rd. 300 000 Krebskranken der Bundesrepublik sterben jährlich rd. 135 000. Alle 4 Minuten erkrankt, alle 5 Minuten stirbt ein Mensch an einem malignen Leiden. Für die mittleren Jahrgänge hat der Krebs bereits die Spitze der Todesursachen

erreicht und bedroht jeden 4. Mann, jede 3. Frau. Exakte Statistiken, die alle Arten und Schweregrade der Geschwulstleiden einschließlich der unbehandelt gebliebenen Kranken umfassen, wie die der Welt-Gesundheitsorganisation (WHO), zitiert nach E. und C. FARRENSTEINER, kommen auf eine echte Heilungsquote von 1,5 %. G. DOMAGK gibt sie auf Grund umfangreicher Versicherungsstatistiken mit 2 %, an anderer Stelle mit weniger als 5 % an. Es ist unkorrekt, generell mit Heilungsziffern von 20 und 30 % oder mehr zu operieren, weil diese immer nur Teilergebnisse darstellen, gewonnen an einer qualitativen Auswahl von Patienten oder bestimmten Tumorarten, die unter optimalen Bedingungen in bestausgestatteten Kliniken behandelt wurden. “Statistische Beweisführungen solcher Art stehen auf schwankendem Boden und rechtfertigen keine weittragenden Folgerungen” (LOECYLE).

Tatsache ist jedenfalls, daß trotz Einsatzes eines vermeintlichen Maximums an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten von sämtlichen ärztlich betreuten und nicht betreuten Krebskranken aller Stadien und Arten nach 5 Jahren nur noch einige wenige am Leben sind. Greifen wir nur die behandelten Fälle heraus, so kommen wir auf rd. 18 % Dauerheilungen (K. H. BAUER). Diese Quote, die heute als Ergebnis einer jahrzehntelangen therapeutischen Entwicklung und Erfahrung vorliegt, ist nicht befriedigend und ließ sich während der letzten Jahre auch nicht mehr nennenswert verbessern.

Wo liegen die Ursachen unseres ärztlichen Versagens vor dem Krebs? Warum gelingt es nicht, diese offensichtliche Diskrepanz zwischen ärztlichem Aufwand und Erfolg zu bessern? Stehen wir angesichts unserer Ohnmacht nicht vor der unbedingten Notwendigkeit, von Tradition und Dogmen freie überlegungen über das Krebsproblem anzustellen, abseits der ausgetretenen Pfade nach neuen therapeutischen Wegen zu suchen und auf die mit anderen als den herkömmlichen Methoden bereits erzielten Erfolge hinzuweisen?

Um diese Fragen zu beantworten, sei es gestattet, von einem kurzen Erfahrungsbericht auszugehen.

Die Ringbergklinik hat es sich seit ihrer Gründung im Jahre 1951 zur Aufgabe gemacht, Krebs und alle verwandten malignen Leiden ganzheitlich zu behandeln. Bekanntlich hat es sich schon in früheren Zeiten erwiesen, daß außer Operation, Bestrahlung und Chemotherapie bei diesen Patienten noch eine Reihe anderer Heilverfahren angewendet werden kann, durch die eine Besserung der schlechten Heilungsaussichten zu erzielen ist. Aus verschiedenen bewährten älteren und neueren Behandlungsmethoden und Medikamenten wurde allmählich die heute hier übliche interne biologische Kombinationstherapie geschaffen. Krebs ist ein plurikausales, vielschichtiges Geschehen, weshalb es auch nie ein einziges, universell wirksames Heilverfahren oder Präparat dagegen geben wird. Dieses Vorgehen ist deshalb nicht polypragmatisch, sondern in jedem seiner einzelnen Faktoren gezielt und berechnet. Es wurde im Laufe der Zeit in einzelnen Punkten verbessert, vereinfacht oder geändert, stellt aber in seiner heutigen Zusammensetzung nun einen Standard dar, der unserer Erfahrung nach alles Wesentliche der internen Krebsbehandlung umfaßt. Bei tumorgefährdeten, präkanzerösen Patienten dürfte es prophylaktisch wirken, bei operierten oder bestrahlten Kranken ist es eine Ergänzungstherapie, bei inoperablen oder nicht mehr bestrahlbaren Kranken die einzig mögliche, ausschließliche Therapie.

Welche Erfolge sind der ganzheitlichen internen Krebsbehandlung beschieden? Ein Überblick über ca. 5000 Tumorpatienten, die während der vergangenen 17 Jahre in dieser Weise klinisch-stationär behandelt wurden, erlaubt folgende grundsätzliche Feststellungen:

Tumorfreie, also radikal operierte oder bestrahlte Krebspatienten erkranken nach systematisch durchgeführter ganzheitlicher Nachbehandlung weit seltener an Rezidiven oder Metastasen als zu erwarten.

Bei einem großen Teil der schulmedizinisch “ausbehandelten” Patienten mit Rezidiven oder Metastasen, also der ca. 80 % klinisch als unheilbar angesehenen Krebskranken, für die seitens der Chirurgie, Strahlenheilkunde und Chemotherapie keine Behandlungsmöglichkeit mehr besteht oder die von vorneherein “inkurabel” waren, kann durch biologisch ganzheitliches Vorgehen ein Stillstand des Tumorwachstums beziehungsweise des Tumor-Äquivalents und eine Besserung des Allgemeinbefindens erreicht werden. Bei Hunderten dieser schwerkranken Patienten kam es zu einer nicht zu erwartenden Lebensverlängerung unter erträglichen Bedingungen.

Zwar nicht in allen dieser Fälle, aber wieder bei einem größeren Prozentsatz derselben folgte auf diesen Stillstand eine mehr oder weniger deutliche Rückbildung der Geschwulst beziehungsweise der Metastasen, wenn auch nicht von Dauer.

Bei einem weiteren beachtlichen Teil der Patienten dieser Schweregrade kam es schließlich zur vollständigen Rückbildung des Tumors beziehungsweise Tumor-Äquivalents und zur Wiederherstellung vollen Wohlbefindens. Hierzu wurden nur jene Kranke gezählt, deren Zustand sich im Anschluß an die Behandlung 5-16 Jahre lang einwandfrei hielt, also ohne erneute Rezidive oder Metastasen beziehungsweise andere tumorverdächtige Symptome. Nach den üblichen Maßstäben können diese Fälle als Heilungen bezeichnet werden.
Die während der Jahre 1951-54 in der Ringbergklinik durchgeführten Behandlungen wurden 1959 durch Dr. A. G. AUDIER, Leiter des Krebsforschungsreferates am Institut für Tropenmedizin der Universität Leiden/Holland, neutral überprüft. Dabei ergab sich, daß von den während der angegebenen Zeit behandelten 252 “Inkurablen” noch 42, also 16,6 % symptomfrei und arbeitsfähig waren. Nach den üblichen Maßstäben darf dieser Prozentsatz also wohl als geheilt bezeichnet werden. Seit 1954 hat sich die ganzheitliche Krebstherapie selbstverständlich wesentlich verbessert, und damit auch die Quote der Besserungen und Heilungen.

Trotz dieser zunächst noch bescheidenen, aber steigerungsfähigen Therapieerfolge bei normalerweise Unheilbaren ist in der Einstellung zum Krebsproblem während der letzten Jahre leider weder bei Ärzten noch Patienten ein spürbarer Wandel eingetreten. Die einseitige Vorstellung von der Tumor-Ausrottung und Zell-Vernichtung als einzigem Therapieziel beherrscht nach wie vor das Feld. Alle Maßnahmen von ganzheitlicher, konstitutioneller, abwehrsteigernder Wirkung werden ignoriert, alle auf diesem Weg bereits erzielten Erfolge einfach totgeschwiegen. Die unbedingte Notwendigkeit einer systematischen pro- beziehungsweise metaphylaktischen internen Tumortherapie ist praktisch unbekannt, obwohl das Schicksal Hunderttausender Krebskranker erschütternd genug verläuft. Hier einige Beispiele in Schlagworten:

1. Fall: Frau M. W., 49 Jahre. Mai 1950 Mamma-Amputation links, 24 Röntgen-Nachbestrahlungen. Keine Empfehlung irgendwelcher ganzheitlicher Maßnahmen zur Umstimmung des Organismus oder Verbesserung der Abwehrlage. Subjektives Wohlbefinden. Juli 1951 Narbenrezidiv und Axillardrüsenmetastase. Exzision an beiden Stellen, 12 Röntgenbestrahlungen. Wiederum keine ganzheitliche Therapie. Ab September 1951 Verschlechterung des Allgemeinbefindens, Armödem, Unterschenkelödem, Appetitlosigkeit, Abmagerung. Ab März 1952 Dyspnoe, Arbeitsunfähigkeit, zunehmende
Kachexie. Ab Mai 1952 Supraklavikulardrüsenmetastasen und Lungenmetastasen beiderseits. Unterlassung jeder echten weiteren Therapie, kein Versuch einer internen Beeinflussung. Die Patientin wird von ihren Ärzten aufgegeben.

2. Fall: Frau O. Sch., 36 Jahre. Januar 1960 Totaloperation wegen Kollum-Karzinom. 28 Cobalt-Nachbestrahlungen, 4 Radium-Einlagen. Keine sonstige Therapie, keine Empfehlung einer biologischen Nachbehandlung. Allmählich zunehmende Obstipation, Blasenbeschwerden, Gewichtsanstieg. Ab Juni 1960 Zunahme des Bauchumfanges, kolikartige Bauchschmerzen. August 1960 Blasen-Scheidenfistel. Oktober 1960 Aszites, erste Punktion, Peritonealkarzinose. Entwicklung eines Subileus. Januar 1961 Notoperation, Anus praeter. Außer Analgetika und weiteren Punktionen keine Therapie, keine Empfehlung eines internen Behandlungsversuches.

3. Fall: Herr W. K., 59 Jahre. Seit ca. 1960 “magenleidend”. Die Diagnosen namhafter Kliniker lauten auf Ulkus, Gastritis, Duodenitis. Symptomatische Therapie. Mitte August 1967 plötzlicher Schmerzanfall mit Blutbrechen. Laparotomie ergibt inoperablen Tumor des Magenfundus, ausgehend vom Pankreaskopf, mit Metastasen in Leber und Netz. Zytostatika müssen nach kurzer Zeit wegen Unverträglichkeit und Leukozytensturz abgesetzt werden. Außer Transfusionen, Infusionen und Traubenzucker (!) i. v. keine weitere Therapie. Patient wird nach 6 Wochen Klinikaufenthalt in moribundem Zustand nach Hause entlassen. Irgendwelche Hinweise auf die Möglichkeit beziehungsweise Notwendigkeit einer ganzheitlichen internen Therapie wurden ihm nicht gegeben.

Die Tatsache der statistisch mit (optimal) 20 ausgewiesenen Dauerheilungen durch die klinisch üblichen Maßnahmen allein wird durch diese Feststellungen selbstverständlich nicht geschmälert.

Uns interessieren hier vor allem die rd. 8000, denen mit der herkömmlichen Therapie nicht oder nicht mehr geholfen werden kann. Diese Todeskandidaten sind es, die von uns Hilfe erwarten, und denen in den meisten Fällen doch weder in der Klinik noch in der ärztlichen Praxis draußen eine wirksame Hilfe oder auch nur der Versuch einer solchen zuteil wird.

Die erwähnten Beispiele – absichtlich aus verschiedenen Zeitabschnitten herausgegriffen – könnten an Hand Hunderter ähnlich lautender Krankengeschichten ad infinitum fortgesetzt werden. Es ist immer wieder das gleiche: Der Patient wird operiert, bestrahlt, operiert, bestrahlt. Zur Sicherung des lokal erzielten Erfolges wird nichts unternommen. Nach kürzerer oder längerer Pause schreitet der Prozeß weiter. Der Chirurg gibt auf, der Patient kann hilflos sterben. Bestenfalles 1 von 5 erreicht die 5-Jahres-Grenze.

Nach wie vor werden also offenbar die gleichen Fehler gemacht, die einer Verbesserung der wenig befriedigenden Erfolge der schulmäßigen Tumortherapie im Wege stehen; nach wie vor wird ignoriert, was es an Möglichkeiten gibt, durch die auch dem operierten und bestrahlten Krebspatienten, selbst wenn er für den Chirurgen und Radiologen nicht mehr behandelbar ist, ärztliche und menschliche Hilfe geleistet werden kann. Wir halten es deshalb für unsere Pflicht, die Ärzteschaft in verstärktem Maße aufzuklären über die Grundforderungen, die wir vom biologischen Standpunkt aus an eine wirksamere Krebstherapie stellen müssen, und ihr die falschen Auffassungen vor Augen zu halten, deren Anderung allein zu besseren und dauerhafteren Behandlungserfolgen führt.

Die prinzipielle und verhängnisvollste ärztliche Fehlhaltung ist die, daß Krebs nach wie vor ausschließlich als örtliche Erkrankung betrachtet und behandelt wird, nicht aber als gleichzeitige und primäre Erkrankung des gesamten Organismus. Alle
übrigen Fehler und Unterlassungen in der Krebstherapie sind auf diesen kardinalen Irrtum zurückzuführen. Zu seiner Widerlegung ließen sich Hunderte von Äußerungen, auch chirurgischer und anderer Fachärzte anführen. Nahezu auf jedem Kongreß, der sich mit Tumorfragen beschäftigt, ist das eine oder andere Referat zu hören, das auf Einzelheiten des Stoffwechsels, des Hormonhaushaltes oder anderer zentraler Vorgänge bei Karzinom Bezug nimmt, die keine Folgen, sondern primäre Voraussetzungen zur Geschwulstbildung darstellen, oder aber Argumente bringt, die für das Vorhandensein einer körpereigenen Abwehr, eines biologischen Heilbestrebens des krebskranken Organismus sprechen. Zur Dokumentation sei hier eine Auswahl solcher Äußerungen zitiert, die keineswegs Anspruch auf Vollzähligkeit erhebt.

HACKMANN hält es angesichts der zahlreichen kanzerogenen Einflüsse, denen ein Individuum im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist, für gar nicht so selten, daß kleinste, nur wenige Zellen umfassende Mikrokrebse entstehen und wieder zugrundegehen, ehe sie sich irgendwie bemerkbar gemacht haben. Auch DOMAGK ist der Meinung, daß es wahrscheinlich viel öfter, als wir denken, zur Entwicklung von Tumorzellen kommt, die sich aber zurückbilden, wenn der Körper in der Lage ist, Abwehrreaktionen aufzubringen”. Der gleiche Forscher glaubt an körpereigene Substanzen, die sowohl bereits entstandene Tumorzellen am Weiterwachsen hindern und in ein Latenz-Stadium versetzen, wie auch sie ganz vernichten können”. DRUCKREY ist ebenfalls der Ansicht, daß die krebsige Entartung von Zellen keine besondere Seltenheit sei, gewissermaßen ein natürliches, biologisches Ereignis”, das wohl bei jedem Menschen vorkomme, im Laufe des Lebens vielleicht sogar mehrmals. Nicht jeder “Krebsträger” sei “Krebskranker”. In der gleichen Richtung spricht der von DRUCKREY erbrachte Nachweis, daß zwischen 10000 und 20000 Krebszellen als “kritische Masse” vorhanden sein müssen, damit sie sich zu einem eigenen Verband, zu einem Tumor zusammenschließen können. Nach KEIL entscheidet ein noch unbekannter “endogener Faktor”, ob die entstandenen Mikro-Krebsnester zu malignen Geschwülsten heranwachsen oder Jahrzehnte, eventuell lebenslänglich latent bleiben, vielleicht sogar zurückgebildet werden. MEYTHALER und TRUCKENBROD äußern sich folgendermaßen: “Der Organismus besitzt anscheinend eine solche Fähigkeit, dem Wachstum von Krebszellen Einhalt zu gebieten, Krebszellen latent zu halten und sogar zu vernichten. Und es liegt die Annahme nahe, beziehungsweise es bestehen Hinweise dafür, daß die Abwehrkräfte vornehmlich gegenüber einer relativ geringen Anzahl von Krebszellen erfolgreich sein können”. ” Das Wachstum der Krebszellen ist in weit höherem Maß als die krebsige Entartung selbst abhängig von dem Zustand der benachbarten Gewebe und des Gesamtorganismus, also von Abwehrmechanismen”. VON SALIS-SAMADEN, ein Röntgenologe, schließt aus seinen Beobachtungen: “Hypernephrom-Metastasen in der Lunge bilden sich oft spontan zurück. Möglicherweise spielen hier spezifische Tumorantigene eine Rolle”. RIGLERS Studien über das Lungen-Karzinom zeigen, daß diese Tumorart länger als 5 Jahre bestehen kann, bevor die klinische Diagnose gestellt wird. AUERBACH fand 63% Lungenkrebs bei Männern, die weder an Ca verstorben noch klinisch geschwulstverdächtig waren. FRANKS fand mikroskopisch gesicherten Prostatakrebs mit steigendem Lebensalter: Bei einem Drittel der 70jährigen, bei 50 % der 80jährigen, bei nahezu jedem über 90jährigen, ohne daß es zu einem Tumor gekommen war. Schilddrüsenkarzinom als Zufallsbefund beschreibt SCHLESINGER in 8 % der untersuchten Präparate. WILLIS entdeckte häufig symptomlose Krebsherde der Nieren, ein- wie beidseitig. Die Entwicklung eines Cervix-Karzinoms kann nach SOUTHAM, dem Leiter der Abteilung für klinische Chemotherapie am SLOAN KETTERING Institut für Krebsforschung in New York, vom Entstehen bis zum Entdecktwerden bis zu 10 Jahren dauern. Auch beim Uterus- und Adeno-Karzinom ist eine jahrelange Latenzperiode anzunehmen. Der gleiche Autor schreibt in seiner Monographie “Bestehen Abwehrmöglichkeiten des Wirtskörpers gegen das Karzinom?”, er halte das Vorhandensein von Prostatakarzinomen für 4- bis 10mal häufiger, als diese tatsächlich diagnostisch erfaßt werden. Seine Schlußfolgerung lautet: “Wenn man aber Abwehrmechanismen überhaupt anerkennt, dann muß unsere heutige Therapie grundsätzlich revidiert werden”. M. B. SCHMIDT und Nachprüfer wiesen nach, daß in den Lungenkapillaren aufgefangene Krebszellen relativ häufig zugrundegehen. Die Ursache ihrer Vernichtung ist zwar noch nicht sicher bekannt, doch berechtigen die Befunde zu der Annahme, daß häufiger Zellen einer malignen Geschwulst verschleppt werden, als sich Metastasen bilden. Und es ist wahrscheinlich, daß gerade im Anfangsstadium der Erkrankung diese Zellen leichter zerstört werden. BORST spricht von einer “prämetastatischen Phase, in welcher Geschwulstzellen zwar in den Säften kreisen, aber immer wieder unschädlich gemacht werden”. SIEGMUND, gleichfalls ein Pathologe, äußerte sich 1953 auf der Tagung für Ganzheitsbehandlung der Geschwulstkrankheiten in Berchtesgaden: Die Geschwulstzelle, die sich anschickt, formlos und anonym zu proliferieren, hat immer einen lebendigen Partner, den ganzen Organismus des Kranken. Es ist beschämend, hier einzugestehen, daß sich die zünftige Pathologie mit jener Gegenregulation des Organismus gegen die sich ausbreitende bösartige Geschwulst so gut wie gar nicht beschäftigt hat”. Und an anderer Stelle bekennt er: “Die Krebstherapie ist eine Frage der Abwehrleistung des Gesamtorganismus gegen die von außen oder innen herantretenden Schäden, gleichgültig, ob es sich um Fokalerkrankungen, bakterielle Infektionen oder Krebszellen handelt”. Im Vorwort zu der Arbeit von ISSELs “Grundlagen und Richtlinien für eine interne Krebstherapie” schreibt SIEGMUND: “Daß die klinisch sich manifestierende Gewächsbildung nicht am Anfang der Geschwulstkrankheit steht, sondern eines vorbereitenden protopathischen Bodens zur Entwicklung und Ausbreitung bedarf, ist eine auf der Erfahrung begründete Vorstellung der alten Ärzte. Es sieht so aus, als ob die derzeitige, vorwiegend lokalistische Betrachtung des Geschwulstproblems in eine Sackgasse geführt hätte und eine Revision auch der therapeutischen Maßnahmen notwendig machte”. Der Kuriosität halber sei hier noch der Pathologe VIRCHOW zitiert, der – sonderbar genug – als Vater der Zellularpathologie schon vor 100 Jahren positiv Stellung nahm in der ganzheitlichen Auffassung des Krebsproblems: “Ich für meinen Teil trage nicht das mindeste Bedenken, die Notwendigkeit zuzugestehen, bei dem jetzigen Stand unserer Kenntnisse für manche Geschwulstbildungen eine Veranlassung durch das Blut, also eine dyskrasische Grundlage herzuleiten”. MAURER bezeichnete 1960 auf der 77. Tagung der “Deutschen Gesellschaft für Chirurgie” die Ansicht als irrig, daß ein Patient nach radikaler Operation und Bestrahlung von seinem Geschwulstleiden befreit sei, und widersprach damit gleichzeitig auch der herrschenden Meinung, daß für einen nicht oder nicht mehr operablen Krebskranken alle sonstigen Maßnahmen vergeblich seien. Er forderte für solche Patienten die systematische Durchführung eines Programmes der Nachsorge und Rehabilitierung, wobei er insbesondere auf die Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte, auf die individuell anzupassenden Umstimmungsmaßnahmen, auf die Möglichkeiten der physikalischen und diätetischen Therapie hinwies. Diätanleitungen nach den Erfahrungen des Strahleninstituts der Universitäts-Frauenklinik München gaben 1955 RIES und BLASIU heraus. Aber wer nimmt davon schon Kenntnis? Wir lesen hier: “… daß chronische und subchronische Allgemeinerkrankungen verschiedenster Art, oft auch im Sinne unterschwelliger Dysfunktionen, die Voraussetzung für eine lokale Krebsentstehung … schaffen”. Des weiteren: “Es ist sicher, daß bestimmte erbbiologisch fixierte und erworbene konstitutionelle Eigentümlichkeiten, die eine bestimmte Kondition des gesamten Stoffwechsels, des Hormonhaushaltes, der mesenchymalen Reaktionslage entstehen ließen, das Krebswachstum beeinflussen können”. WARBURG erntete wenig Anerkennung und manche Anfeindung, als er 1966 auf der Tagung der Nobelpreisträger in Lindau verkündete, daß wir kaum bei einer anderen Krankheit mehr über deren Entstehung und Vorbedingungen wüßten als bei Krebs, daß die aus diesen Erkenntnissen gezogenen Nutzanwendungen jedoch beschämend gering seien. Auch für WARBURG beginnt das Krebsleiden nicht erst mit dem Tumor, sondern steht am Ende einer chronischen Allgemeinerkrankung, die auch in erster Linie Gegenstand unserer Therapie sein sollte. Ahnlich äußert sich D. BURK, leitender Biologe des Nationalen Krebs-Instituts der USA, dessen Forschungsprogramm sich eng an die WARBURGschen Ergebnisse anschließt. Auch LASAREW, Leiter des Onkologischen Instituts in Leningrad, betrachtet den Krebs a priori nicht als lokalen Prozeß und geht therapeutisch gegen die dem Tumor “vorangehenden Leiden” vor. Für KIRCH ist “die Geschwulst ebenfalls Ausdruck der bereits darniederliegenden Abwehrkraft gegen den Krebs”. Selbst ein so fanatischer Vertreter der lokalistischen Theorie wie K. H. BAUER muß indirekt zugeben, daß diese Auffassung in ihrer bisherigen Formulierung der Vergangenheit angehört. In der letzten Auflage seines Buches “Das Krebsproblem” von 1963 ist auf Seite 69 das Axiom, “daß die Zelle Ausgangspunkt, Einheit und Wesenträger der Krebsgeschwulst” sei, nicht mehr zu finden. Aber noch 1964 fühlte sich ZABEL in seinem Referat “Körpereigene Abwehr gegen Krebs?”, gehalten auf der Tagung des “Zentralverbandes der Arzte für Naturheilverfahren” in Freudenstadt, zu der Äußerung veranlasst: “Ich verehre und achte K. H. BAUER, aber ich stehe vor einem Rätsel, wie ein Arzt den besten Bundesgenossen allen ärztlichen Handelns, das Abwehrvermögen, hier grundsätzlich verneinen will und nur die Kunst des Arztes als das allein Entscheidende ansieht. Wo immer die Kunst eines Arztes Gewebe und Organe trennt und entfernt, geschlossen und geheilt werden diese Wunden nicht durch ihn. Wir wissen, daß die These vom Selbstheilvermögen des Organismus bei Krebs heute nicht leicht zu vertreten ist, und dennoch wird das im Interesse der Kranken notwendig sein”. Aus dem von K. H. BAUER geleiteten Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg wird neuerdings von SCHMÄHL berichtet, daß die Tumorzelle erst dann entstehe, wenn die “immunbiologische Abwehrbarriere”, mit der sie vom Organismus lange Zeit im Zaum gehalten wird, zusammenbricht. Mit “Einbeziehung dieser Immunosuppression”, die bekanntlich auch bei der Organtransplantation eine wichtige Rolle spielt, wird endlich auch die wissenschaftliche Krebsforschung weit über ihr bisheriges Arbeitsgebiet hinaus in neue Bereiche geführt, nämlich in die Vorstadien der Geschwulstentwicklung. Auch in Heidelberg spürt man also allmählich, daß Ansätze für eine erfolgversprechende Therapie oder gar immunbiologische Prophylaxe weit vor dem irreparablen Endzustand zu liegen haben.

Diese und viele hier nicht zitierte Äußerungen und Forschungsergebnisse lassen erkennen, daß sich auch in der wissenschaftlichen Welt allmählich ein Wandel in der Einstellung zum Krebsproblem anbahnt. Wir können jedoch nicht warten auf die Sanktionierung unserer Überzeugung durch die Schule. Das Leben zu vieler Kranker steht auf dem Spiel. Unsere Beweise sind die auf biologisch ganzheitlichem Weg gewonnenen Erfahrungen an Tausenden und erreichten Erfolge an Hunderten von Patienten. Die Heilkunde ist eine Erfahrungswissenschaft, das heißt, die Erfahrung ist die Grundlage des Wissens, nicht die Theorie, nicht die Spekulation, nicht das Dogma.

Wir dürfen also mit einiger Berechtigung die Behauptung aufstellen: Ein Gesunder kann nicht an Krebs erkranken. Immer geht dem Manifestwerden der Krebs- G e s c h w u 1 s t die innere Bereitschaft, die eigentliche, latente Krebs- K r a n k h e i t voraus. Behält der Organismus in seiner Abwehr die Oberhand, so kommt es zu keinem Tumor und zu keinem Tumor-Äquivalent. Wenn wir aber der körpereigenen Abwehr den ihr gebührenden Platz im Krebsgeschehen einräumen, so muß uns die Beseitigung der Krebsbereitschaft, die Behebung des “Tumor-Milieus” durch Ganzheitsbehandlung genau so wichtig sein, wie die Beseitigung der Geschwulst auf konventionellem Weg. Ja, wir müssen bei der Wahl der tumorzerstörenden Methoden nach Möglichkeit solche bevorzugen, die das Tumor-Milieu nicht weiter verschlechtern und die körpereigene Abwehrlage und Regenerationsfähigkeit nicht zusätzlich schädigen.

Es muß endlich allen Ärzten bekannt werden, daß auf diese Weise bei jedem Krebspatienten die Aussicht auf Dauerheilung und Rezidivfreiheit wesentlich zu verbessern ist, und aus diesem Wissen muß die innere Verpflichtung erwachsen, es nicht mit der üblichen Teiltherapie bewenden zu lassen. Was aber die finanzielle Durchführbarkeit betrifft, so stellen wir an die Krankenkassen und übrigen Kostenträger immer wieder die Frage, wann sie sich endlich zu einer einheitlich geregelten Anerkennung der internen Krebsbehandlung als einer wissenschaftlich fundierten, ersatzpflichtigen beziehungsweise beihilfefähigen Therapie durchringen werden. Die hier leider noch vorliegenden Widerstände dürften vorläufig allerdings nur durch die Patienten selbst mit Unterstützung der wenigen einsichtigen Ärzte zu überwinden sein. Doch sei hervorgehoben, daß sich im Laufe der letzten Jahre auch hier ein Wandel anbahnt, indem die Krankenkassen und Versicherungen allmählich die Notwendigkeit und Wirksamkeit der internen Tumortherapie einsehen. Nach und nach haben sich bereits 153 RVO-, Ersatz- und Privat-Krankenkassen, Organisationen, Verbände, Behörden, Sozialämter usw. zur freiwilligen Übernahme mehr oder weniger hoher Vergütungen der Tagessätze bereit erklärt, sofern eine ärztliche Einweisung des Patienten in die Ringbergklinik vorlag.

Ein in ganzheitlichen Methoden geschulter Arzt kann zwar auch ambulant vieles zur wirksamen Behandlung des Krebskranken beitragen. In der ärztlichen Praxis kommt jedoch erfahrungsgemäß meist nur die eine oder andere therapeutische Richtung zur Geltung, auf die der betreffende Behandler gerade “eingeschworen” ist. Eine umfassende interne Krebsbehandlung setzt sich dagegen aus vielen Komponenten zusammen, die dem Praktiker nicht alle geläufig sein können. Der “Synkarzinogenese” (K. H. BAUER) ist die “Synkarzinotherapie”, die Kombinationstherapie, entgegenzusetzen. Dazu bedarf es eines gezielten, bei Behandlungsbeginn aufzustellenden und im Laufe der Zeit den verschiedenen individuellen Reaktionen anzupassenden Heilplanes. Schematismus oder Planlosigkeit ist bei der internen Krebstherapie ebenso schädlich wie Ungeduld. Ein bewährtes Medikament darf nicht zu früh abgesetzt werden, wenn es bei dem oder jenem Patienten scheinbar wirkungslos ist. Manche Dosierung ist erst nach längerer Pause zu wiederholen, wenn die vorausgehende eine unerwünschte Reaktion ausgelöst haben sollte. Ununterbrochene Beobachtung des Patienten ist dazu erforderlich, während der ersten Monate auch die regelrechte Führung einer Temperatur- und Pulskurve, auf der auch die 8- bis 14tägig vorzunehmenden Laborbefunde einzutragen sind. Welcher Praktiker, welcher Patient ist draußen selbst unter günstigen Umständen zu solchen Leistungen fähig? All dies kann korrekter Weise nur in einem klinischen Rahmen durchgeführt werden, ganz abgesehen von den operativen und sanierenden Maßnahmen, die ja auch bei vielen Patienten erforderlich sind. Nach der Entlassung des Patienten aus der klinisch-stationären Behandlung setzt allerdings die wichtige Mitarbeit des Haus- oder Facharztes ein. Ihm obliegt nun an Hand des mitgegebenen Therapieplanes die nötige Überwachung, die Vornahme der Injektionen, der Kontrolluntersuchungen usw. Denn nun weiß auch der Patient über die Anordnungen und deren Durchführung genau Bescheid und braucht sich seinem Arzt nur noch in gewissen Abständen vorzustellen. Außerdem bleibt noch für längere Zeit der Kontakt mit der Klinik, in der die interne Tumortherapie durchgeführt wurde, erhalten, die sich bei besonderen Vorkommnissen einschalten und den Patienten für eventuell erforderliche Wiederholungskuren jederzeit wieder aufnehmen kann.

In großen Zügen seien nun die Hauptpunkte des in der Ringbergklinik entwickelten therapeutischen Programmes dargelegt. Es ist aufgebaut und ausgerichtet nach den verschiedenen Phasen des Krebsgeschehens und bezweckt:

1. die Beseitigung kausaler Faktoren, 2. die Besserung des tumorbegünstigenden Milieus, der Präkanzerose, 3. die Wiederherstellung der verlorengegangenen Fähigkeit des Organismus, die entstandenen Krebszellen zu vernichten, 4. die Verkleinerung oder Beseitigung der Geschwulst selbst.

Diese 4 Stufen der biologischen Krebstherapie können einander ergänzen, sich aber nicht gegenseitig ersetzen oder gar überflüssig machen. Denn aus den Ursachen entstehen die Schäden, aus den Schäden summiert sich das Milieu, auf dem Milieu wächst der Tumor.

An erster Stelle unseres Vorgehens steht die E n t h e r d u n g. Fast ausnahmslos sind Krebspatienten Träger von Kopf- und Darmherden. Besonders verhängnisvoll sind hier die röntgenologisch negativen devitalen Wurzeln und Wurzelreste (SCHUG-KOESTERS, GÄBELEIN und viele andere), deren Toxine die dienzephalen Regulationsvorgänge und die Zellatmungsfermente hochgradig schädigen sowie den pathologischen Blutparasitismus begünstigen. Außer dem Dunkelfeldbefund zeigt uns in solchen Fällen der EAP-Test Zeigerabfälle der Hypothalamuswerte und der Meridian-Endpunkte, verstärkt auf der Seite der stärkeren Beherdung. Deshalb sind alle devitalen Zähne ebenso zu entfernen wie Granulome und Restostitiden. Es ist erstaunlich, daß sich die Herdsanierung bei der Behandlung anderer chronischer Leiden heute im allgemeinen durchgesetzt hat, bei der Krebstherapie aber weitgehend unbeachtet bleibt. Auch die Mandeln kommen nahezu bei jedem Krebskranken als Herd in Frage. 900 histologische Untersuchungen der bei Ca-Patienten entfernten Mandeln (GLOGGENGIESSER) ergaben ausnahmslos schwere bis schwerste chronische Tonsillitiden, teilweise mit retrotonsillären Abszessen. Die Tonsillektomie gehört deshalb – grundsätzlich zeitlich an die Zahnextraktion angeschlossen – ebenfalls zu den obligaten Präliminarien jeder Ganzheitsbehandlung bei Krebs.

An die Entherdung hat sich die D e s e n s i b i l i s i e r u n g anzuschließen. Mit ihr beseitigen wir den bei jedem beherdeten Patienten auch nach der Fokusentfernung weiterbestehenden hyperergischen Anteil seines Krankheitsgeschehens, der einem Wirksamwerden ganzheitlicher Maßnahmen ebenso im Wege steht wie der Herd selbst (WINDSTOSSER). Wir können uns hierzu der neuralen Methode nach HUNEKE bedienen (Ausschaltung des Störfeldes), außerdem aber perkutaner Einreibungen oder subkutaner Injektionen von homöopathisch verdünntem, aktiviertem Eigenbluthämolysat (ISSELS, hinsichtlich der Aktivierung: WINDSTOSSER). Gleichfalls eingerieben werden die Spenglersane, mit denen wir nach Testung der optimalen Sorte (ISSELS, SCHWARZ) die Beseitigung von R e s t t o x i k o s e n früherer oder ererbter Krankheiten anstreben, die ebenso wie Herdtoxine zu den prä- beziehungsweise postnatalen Kausalfaktoren des Krebsleidens zählen können.

Weitere Ziele der internen Tumortherapie sind:

Die Hebung der körpereigenen Abwehtkraft durch immunbiologische und revitalisierende Präparate (GERLACH,ENDERLEIN, v. BREHMER); die Sanierung der stets schwer entarteten D a r m f l o r a durch Darm-Milieuverbesserung und Bakteriensubstitution (BAUMGÄRTEL, LAVES, RUSCH);

die Substitution fehlender V e r d a u u n g s und B l u t – F e r m e n t e (GASCHLER, WOLF), die zum Teil ebenfalls wachstumshemmend oder karzinolytisch wirken;
die Dämpfung der anaeroben Glykolyse im Tumorgewebe und gleichzeitige Hebung der Sauerstoff-Utilisation des gesamten Zellstoffwechsels (SEEGER, WARBURG, JUNG, KUHLMEY);
die Zufuhr ozonisierten Sauerstoffes perkutan, rektal, intravenös oder durch Blutwäsche (WEHRLI, GAEBELEIN);
die Regeneration zellulärer und mesenchymaler Funktionen durch zytoplasmatische Präparate (DYCKERHOFF, THEURER, FRISCH), womit wir die Anergie gewisser Organsysteme zu beheben versuchen;
schließlich noch die Senkung des alkalischen Blut-pH durch organische und anorganische Säuren sowie durch eine rohkostreiche, täglich mildsaure Gärungsprodukte zuführende Kost (KUHL).

Toxinlösend und -ausscheidungsfördernd wirkt sich die systematische Durchspülung des Körpers mit großen Flüssigkeitsmengen aus. Krebskranke leiden infolge ihrer Vagotonie fast stets unter einem latenten Wassermangel, der sich – oft schon sehr frühzeitig – als deutliche Austrocknung bemerkbar macht. Sie müssen sich daher daran gewöhnen, täglich 3mal 3/4 Liter als Mindestquantum zu trinken, sei dies nun Kräutertee, Buttermilch, Gemüsebouillon oder mit destilliertem Wasser verdünnter Fruchtsaft. Mineralwasser ist dazu weniger geeignet, weil es ein geringeres Lösungsvermögen besitzt als destilliertes Wasser. Der Krebskranke leidet ja weit häufiger an einer generellen Übermineralisierung als an Mineralsalzmangel und weist daher herabgesetzte elektrische Blut-Widerstandswerte auf (VINCENT, WINDSTOSSER).

Diese medikamentöse beziehungsweise physikalische Therapie des Krebskranken ist um so wirksamer, wenn sie sich auf dem Boden einer vollwertigen Kostform abspielt, die wir bewußt nicht als “Krebsdiät” bezeichnen. Die E r n ä h r u n g d e s K r e b s k r a n k e n hat ganz einfach alle Bestandteile und Wirkstoffe zu enthalten, die für den gesunden Stoffwechsel ohnehin erforderlich sind, und sie darf andererseits nichts enthalten, was das Tumorwachstum oder das Tumormilieu fördern könnte. Die Mehrzahl der biologisch eingestellten Ärzte ist sich darüber einig, daß Sutoxine, Rohr- und Rübenzucker einschließlich aller übrigen Dextrosen, weißes Mehl und alle daraus hergestellten Produkte, selbstverständlich auch Alkohol und Nikotin unter die strikten Verbote zu fallen haben. Bezüglich der Dextrosen sei auf die schon seit über einem Jahrzehnt vorliegenden Forschungsergebnisse von SEEGER, TÖDT und CRABTREE hingewiesen, welche zeigen, daß diese Zuckerarten die Zellgärung, also einen fundamentalen Krebsfaktor, fördern und die im Tumorgewebe ohnehin gesteigerte Milchsäurebildung vermehren (CRABTREE-Effekt). Es ist tragisch, daß viele Ärzte und Kliniker in Unkenntnis dieser Tatsachen ihre Krebspatienten nicht nur grundsätzlich falsch ernähren, sondern etwa noch durch zusätzlichen “energiespendenden” Traubenzucker oral oder injiziert immer tiefer in die Krankheit treiben. Das Zuckerverbot hat sich während der ersten Behandlungsmonate auch auf süßes Obst und Honig zu erstrecken. Die einzige dem Krebskranken erlaubte Zuckerart ist der linksdrehende Fruchtzucker (Laevulose, Laevoral, Laevobiose usw.), weil dieser den Blutzucker nicht erhöht, von der Krebszelle nicht verwertet wird und darüber hinaus dem CRABTREE-Effekt entgegengesetzt wirkt, das heißt die Zellatmung normalisiert und die Gärung reduziert (SEEGER). Milchzucker ist ebenfalls erlaubt, aber als Süßmittel ungeeignet. Täglich 1-2 Teelöffel in einer Tasse Kamillentee ist ein altbewährtes Adjuvans zur Beruhigung mancher Darmbeschwerden und zur Normalisierung der Darmflora. Kohlenhydrate sind überhaupt, auch in erlaubter Form, auf ein Minimum zu reduzieren, um den Blutzucker optimal zu senken, der während der gesamten Therapie unter 100 mg% liegen und auch keine stärkeren Bewegungen aufweisen sollte. Wir geben deshalb grundsätzlich Vollkornprodukte, die eine relativ langsame Umwandlung der Stärke in Glukose gewährleisten. Unter den zahlreichen Vollkornbrotsorten der Reformhäuser findet sich für jeden Magen die geeignete. Fleisch sollte nur ausnahmsweise auf dem Speisezettel stehen, Schweinefleisch und alle Wurstarten überhaupt nicht. Dem Krebskranken fehlen die zur restlosen Aufschließung tierischer Proteine erforderlichen Enzyme und Fermente. Unter Mitwirkung pathologischer Darmbakterien (Proteus) entstehen dann – im Harn und Serum nachweisbar – Indol, Skatol, Putrescin, Kadaverin, Taurin und andere Fäulnisgifte, von denen wieder einige als Karzinogene anzusehen sind. Dem Milcheiweiß haften diese Nachteile nicht an. Wir haben außerdem den Vorteil, Molkereiprodukte in angesäuerter Form, also gewissermaßen vorverdaut zu verabreichen (Buttermilch, Sauermilch, Bioghurt, Quark, Käse) und damit gleichzeitig die Milchsäure zur Wirkung zu bringen. Rechtsdrehende Milchsäure insbesondere scheint ein Antagonist der im Tumor und im pathologisch veränderten Darmmilieu entstehenden Linksmilchsäure zu sein (WARBURG, GOLDFEDER, WAGNER, PETRASCH). Es ist ferner gelungen, mit Hilfe einer vorwiegend Rechtsmilchsäure erzeugenden Acidophilusflora das neue Milchpräparat Sanoghurt herzustellen (HEIRLER). Grundsätzlich sind aber die in allen natürlichen Milchsäure-Gärungsprodukten enthaltenen Racemate ebenso wertvoll.

Die günstigste Kostform des Krebskranken ist somit die lakto-vegetabile mit einem hohen Rohkostanteil, der nötigenfalls auch in ausgepreßter Form gegeben werden kann. Nur auf diese Weise führen wir dem Organismus den lebendigen Anteil der Nahrung, die Vitalstoffe (KOLLATH), insbesondere die thermolabilen Katalasen, Peroxydasen, Zytochrom-Oxydasen usw. zu, ohne welche sich die Zellatmungsvorgänge nicht normalisieren können. Wir sind damit wieder bei BIRCHER-BENNER angelangt, dessen Vorschriften für den Tumorkranken nur geringfügiger Ergänzungen bedürfen: Betonung der milchsauren Gärungsprodukte (KUHL), Verwendung ausschließlich naturbelassener pflanzlicher Fette mit hohem Gehalt an hochungesättigten Fettsäuren als Sauerstoffkatalysatoren (BUDWIG). Bei Dyspepsien ist von Fall zu Fall die Trennkost nach HAY zweckmäßig. Bei Obstipation ist außer dem mit geschrotetem Leinsamen zubereiteten Bircher-Müsli an den morgendlichen Trunk mit Leinsamen, Weizenkeimen, Weizenkleie und Milchzucker in Buttermilch oder Bloghurt zu denken. Von der bereits erwähnten arzneilichen Substitution fehlender Magensäure und Verdauungsfermente ist bei Bedarf ausreichend Gebrauch zu machen.

Über diesen auf die physische Regeneration und Rehabilitierung des Krebspatienten abgestellten Verfahren und Maßnahmen dürfen wir bei der Tumortherapie aber den ebenso wichtigen Bereich der Psychologie, Psychagogie und Psychotherapie nicht vergessen. Jeder Krebskranke ist auch ein seelisch Kranker, von dessen richtiger Führung ein nicht geringer Teil des therapeutischen Erfolges abhängt. Wir müssen uns bewußt sein, daß zu den primären Kausalfaktoren dieses Leidens auch eine psychische Fehlhaltung, ein frühes, nicht verarbeitetes Trauma, eine qualvolle Ehe oder ein unbefriedigender Beruf gehören können. SCHULZ VAN TREECK vertritt die Meinung, Krebs sei “die Folge beziehungsweise die organische Manifestation einer arteigenen vegetativen Neurose, deren Anfänge nicht selten bis in die Kindheit verfolgt werden können. Eine Dauerheilung, durch welche therapeutische Maßnahmen auch immer sie angestrebt wird, läßt sich nur erzielen, wenn es gelingt, das Wesen des Patienten so zu ändern, daß sein Vegetativum immer positiv reagiert, das heißt wenn ein gesunder Rhythmus zwischen Spannung und Entspannung herrscht”. Vielfach trägt eine Summation seelischer Konflikte im Sinne der Synkarzinogenese zum Entstehen des Krebs-Milieus ebenso bei, wie die eingangs erwähnten physischen Faktoren.

Daß Kummer und Angst das Blut alkalisieren, Zufriedenheit und Freude dagegen ansäuern, ist eine meßbare Tatsache. Ahnliches gilt von vielen anderen mit der Krebsgenese zusammenhängenden Organfunktionen und Regulationsvorgängen. Andererseits kann bei bestehender Krebsbereitschaft ein psychisches Trauma, ein seelischer Schock auch die letzte auslösende Ursache des Tumorwachstums sein. Nicht selten ist der Tod eines lieben Angehörigen, ein geschäftlicher Zusammenbruch, eine große Enttäuschung der Moment, nach dem sich die schlummernde Geschwulst erstmals bemerkbar macht.

Es ist daher wichtig, vom ersten Augenblick der Begegnung zwischen Arzt und Patienten ein Verhältnis des Vertrauens zu schaffen. Der Krebskranke muß sich mit dem Arzt offen aussprechen können, er muß sich verstanden, geführt und betreut wissen, auch wenn es ihm einmal schlechter gehen sollte. Und hier kommen wir zu einem besonders heiklen Punkt des Krebsproblems: Soll der Patient und seine Familie über die Diagnose aufgeklärt werden oder nicht? Diese Entscheidung stellt besondere Anforderungen an das Gewissen und an die menschliche Seite des Arztes. Und auch hier dürfen wir unsere Antwort wieder aus einer tausendfachen praktischen Erfahrung geben. Unser Kampf gegen die Unwahrheit dem Krebskranken gegenüber ist gleichzeitig unser Kampf gegen die Massensuggestion von der Unheilbarkeit des Krebsleidens. Die Patienten der Ringbergklinik wissen alle um ihren Zustand und ihr Leiden. Wir sahen uns bisher noch in keinem einzigen Fall gezwungen, den Kranken oder seine Angehörigen anzulügen. Es kommt freilich ganz darauf an, durch wen und mit welchen Worten diese Mitteilung gemacht wird. Sie ist nämlich in dem Augenblick kein Todesurteil mehr, wo dem Kranken gleichzeitig die therapeutischen Möglichkeiten vor Augen gehalten werden, die nun auf ihn warten, nachdem oft vorher zermürbende Wochen und Monate in quälender Ungewißheit, aber auch ohne alle kurativen Maßnahmen nutzlos vertan wurden. Er empfindet es als befreiend, daß er sich jetzt mit dem Arzt und seiner Umgebung über die Einzelheiten der Therapie unterhalten kann, die er nun in der Erkenntnis, wie es um ihn steht und um was es geht, mit um so größerer Gewissenhaftigkeit und Bereitwilligkeit zur eigenen Mitarbeit befolgen wird. Ein Krebskranker, der nicht weiß, was ihm fehlt, verhält sich stets und in jeder Beziehung falsch. Er verliert damit vor allem das Wichtigste und Kostbarste: unwiederbringliche Zeit, und damit unter Umständen seine letzte Chance.

Die Meinung mancher Ärzte und Angehörigen, eine solche Mitteilung sei unmenschlich vom Arzt, unerträglich für den Patienten, wird durch unsere tausendfältige Erfahrung widerlegt. Noch keiner ist durch eine solche Mitteilung, wenn sie richtig gemacht wurde, zusammengebrochen. Unsere Kranken sind uns dankbar, endlich Bescheid zu wissen, nachdem sie die Wahrheit meistens schon lange geahnt hatten. Viele sind ungehalten über die lange Verheimlichung der Diagnose, wodurch sie nicht nur davon abgehalten wurden, sich rechtzeitig in ganzheitliche Behandlung zu begeben, sondern auch davon, manche wichtige persönliche oder geschäftliche Regelung zu treffen. Kurzum, die “barmherzige Lüge” hat mehr Nachteile als Vorteile. Daß sie von fast allen Ärzten und Klinikern heute noch gehandhabt wird, hängt selbstverständlich wieder mit der zwangsläufigen Hilflosigkeit, mit dem therapeutischen Nihilismus zusammen, dem ein Behandler ausgeliefert ist, dem nur Stahl, Strahl und Chemotherapie zur Verfügung stehen. Er ist wirklich “am Ende”, wenn seine Methoden versagen oder zu spät kommen. Aber wer gibt uns das Recht, einen Krebspatienten aufzugeben, weil die disziplinäre Medizin für ihn keinen Rat mehr weiß? Gerade an diesen inkurablen” Kranken hat sich die ganzheitliche interne Therapie zu bewähren, in physischer und psychischer Hinsicht. Und gerade hier sind die nachweislichen Erfolge und Dauererfolge beweisend für die Berechtigung der von uns erhobenen Forderung auf grundsätzliche und rechtzeitige interne Krebsbehandlung. Pflicht der Chirurgen und Röntgenologen ist es, den Tumorkranken umgehend und ohne Zeitverlust dem biologischen Therapeuten zu übergeben, spätestens sobald sie die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit erkannt haben.

Wir kommen damit abermals zu dem entscheidenden Punkt der ganzheitlichen Krebsbehandlung: Sie darf nicht zu spät eingesetzt werden. Der Forderung nach Frühdiagnose und Frühoperation muß als weitere apodiktische Forderung die nach frühestmöglicher Ganzheitsbehandlung zur Seite gestellt werden. Sie hat entweder schon vor dem chirurgischen Eingriff, also sogleich nach der Diagnosestellung als Vorbehandlung (Prophylaxe), oder unmittelbar nach der Operation und Bestrahlung als Nachbehandlung (Metaphylaxe) stattzufinden. Wie es die eingangs zitierten Krankengeschichten beweisen, erleben wir es aber leider immer wieder, dass der Patient nur den üblichen klinischen Behandlungsmethoden unterworfen wird. Er fühlt sich 1 Jahr oder länger wohl. Dann erscheint da oder dort ein neues Knötchen, eine neue Drüsenschwellung. Es wird wieder operiert oder bestrahlt. Das Allgemeinbefinden verschlechtert sich, die Rezidive oder Metastasen sprechen auf die Therapie nicht mehr an. Schließlich kommt der Augenblick, da den Angehörigen mitgeteilt wird, es sei nichts mehr zu machen. Inzwischen sind Monate und Jahre ungenützt verstrichen. Der Organismus ist durch verstümmelnde Eingriffe oder schädigende Strahlen in seiner Regenerationskraft weiter beeinträchtigt; und nun kommt oft auch eine noch so sorgfältige interne Therapie zu spät und vermag den Verlauf des Leidens nicht mehr aufzuhalten.

Ein Ganzheitstherapeut wird bei seinem Vorgehen selbstverständlich den bisher üblichen klinischen Methoden den ihnen gebührenden Platz einräumen. So arbeitet auch die Ringbergklinik, abgesehen von den aus diagnostischen Gründen erforderlichen Konsilien mit Fachärzten jeder Richtung, laufend auch therapeutisch mit Chirurgen, Gynäkologen und Radiologen zusammen. Wir sind uns aber bei jedem örtlichen Eingriff bewußt, daß er zwar notwendig und entlastend wirksam ist, aber praktisch nichts ändern kann an dem gesamten Krankheitskomplex, den wir als das eigentliche Krebsleiden bezeichnen. Dagegen haben wir die Beobachtung gemacht, daß während oder nach einer biologischen Allgemeinbehandlung der Chirurg günstigere Operationsbedingungen vorfindet. Die peritumorale Entzündung ist zurückgegangen, das Heilungsvermögen ist gebessert, die Komplikations- und Metastasierungsgefahr verringert. Wir waren stets der Ansicht, daß man Krebskranken, soweit technisch möglich, jedes Gramm ihres Tumors abnehmen sollte. Denn je kleiner der verbliebene Tumor-Rest, desto größer ist die Chance, diesen mit Hilfe der körpereigenen Abwehr zur Rückbildung zu bringen. Dies gilt auch für jene Fälle, die chirurgischerseits bisher als “inoperabel” völlig unangetastet blieben. Selbst Palliativ-Eingriffe wie die Exzision oder Bestrahlung metastatischer Tumoren oder Drüsen sind dann durchaus sinnvoll, wenn sie Hand in Hand mit der ganzheitlichen internen Therapie gehen. Falls Bestrahlungen erforderlich sein sollten – und auch wir bedienen uns von Fall zu Fall der Mithilfe des Radiologen -, so kommt man wegen der erhöhten Strahlenempfindlichkeit des Tumors während und nach einer Ganzheitsbehandlung mit geringeren Dosen aus. Das gleiche gilt für die Chemotherapie. Auch mit ihr können im Rahmen der Basistherapie bessere Erfolge erzielt werden. Die infolge Bestrahlung und Zytolyse anfallenden Tumor-Zerfallsprodukte werden durch die systematische Entgiftung und verbesserte Immunlage weitgehend unschädlich gemacht und vermehrt ausgeschieden, die Gefahr der Verschleppung karzinogener Informationen ist verringert, die schädigende Wirkung dieser Verfahren auf die blutbildenden Organe wird teilweise kompensiert.

Es hat sich eingebürgert, den postoperativen Einsatz der verschiedenen Strahlenarten und Chemotherapeutika als “Nachbehandlung” zu bezeichnen. Obwohl es nach unseren Ausführungen überflüssig sein sollte, sei hier ausdrücklich darauf hingewiesen, daß eine solche Nachbehandlung natürlich nicht gleichzusetzen ist mit der von uns geforderten Ganzheitstherapie. Denn weder Stahl noch Strahl noch Chemotherapie vermag den Organismus umzustimmen, zu entgiften, im Gegenteil. Gerade der intensiv bestrahlte (Kobalt!) oder über lange Zeit chemotherapeutisch behandelte Patient neigt, sofern er nicht zu den 20 % Dauergeheilten zählt, zu Rezidiven oder Metastasierungen, die infolge der strahlen- und medikamentbedingten Resistenzschädigung und Reaktionsschwäche dann auf biologische Heilmethoden unbefriedigend ansprechen.

Nur eine solche ganzheitliche, alle seelischen und körperlichen Komponenten erfassende Basistherapie vermag den notwendigen Umschwung, den Wendepunkt zu bringen. Sie unterstützt den Organismus in seinem natürlichen Bestreben, das generelle Krebsleiden, die innere Krebsbereitschaft, das Tumormilieu, zu bessern und zu beseitigen. Erst dann kann er aus eigener Kraft die in der Umgebung des scheinbar radikal operierten Tumors noch vorhandenen, durch den chirurgischen Eingriff auch verstreuten Krebszellen oder die bereits ankeimenden Metastasen hemmen und schließlich vernichten.

Dem “inkurablen” Geschwulstkranken aber geben wir eine Chance, durch Weckung seiner letzten physischen und psychischen Reserven sein Leben zu verlängern, seine subjektiven Beschwerden zu lindern, die ganzheitlichen Maßnahmen zur Wirkung kommen zu lassen und den Kampf mit seinem Leiden doch noch zu gewinnen. Das ist aber nur möglich, wenn die interne Tumortherapie wenigstens jetzt unverzüglich, also bei Feststellung der “Inkurabilität”, zur Anwendung kommt, nicht erst beim nahezu moribunden Patienten, wie es in der Praxis leider immer wieder geschieht. Unsere bisher so schlechten Aussichten bei der Behandlung maligner Leiden werden sich in dem Maß bessern, in dem das Verständnis der Ärzteschaft für die interne Tumortherapie zunimmt. Diese muß und wird – wir sind uns dessen sicher – eines Tages neben den schulgerechten Methoden der Geschwulstbehandlung den ihr zustehenden Platz finden. Erst dann wird – in der sinnvollen Zusammenarbeit zwischen Chirurgen, Radiologen und internen Tumortherapeuten – die Möglichkeit optimaler Heilungserfolge gegeben sein.

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Anschriften der Verfasser:

Dr. med. Josef ISSELS, 8183 Rottach-Egern, Ringbergstr. 30.
Dr. med. Karl WINDSTOSSER, 4902 Bad Salzuflen, Moltkestr. 13

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